Digitaler Euro 2026: Was Restaurants und Gastronomen jetzt wissen müssen

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Der digitale Euro ist politisch so weit wie nie, eingeführt ist er aber noch nicht. Für dich als Gastronom zählen drei Fragen. Wann kommt er? Musst du ihn…

⚖️ Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel dient der Orientierung und ersetzt keine rechtliche oder steuerliche Beratung. Das Gesetz ist noch nicht final. Stand der Informationen: 08.10.2026.

Der digitale Euro ist politisch so weit wie nie, eingeführt ist er aber noch nicht. Für dich als Gastronom zählen drei Fragen. Wann kommt er? Musst du ihn annehmen? Was kostet er dich? Dieser Artikel trennt, was feststeht, von dem, was noch verhandelt wird.

Das Wichtigste in Kürze

Der digitale Euro kommt frühestens 2029, und für dein Restaurant besteht heute kein Handlungsdruck.

  • Der digitale Euro ist digitales Zentralbankgeld der Europäischen Zentralbank (EZB). Er soll Bargeld ergänzen, nicht ersetzen (Quelle: Bundesfinanzministerium).
  • Die EZB will frühestens 2029 für eine erste Ausgabe bereit sein. Voraussetzung ist, dass die EU die Rechtsgrundlage noch 2026 verabschiedet (Quelle: EZB).
  • Parlament, Rat und Kommission verhandeln aktuell den Endtext. Bis Ende September gab es zwei Verhandlungsrunden ohne politische Einigung (Quelle: netzpolitik.org, 26.09.2026).
  • Die meisten Betriebe sollen den digitalen Euro annehmen müssen. Kleine Betriebe sollen nur ausgenommen sein, wenn sie keine anderen digitalen Zahlungen annehmen (Quelle: Legislative Observatory des EU-Parlaments).
  • Händlerentgelte sollen gedeckelt werden. Die genaue Obergrenze ist noch nicht beschlossen.
  • Heute musst du nichts umbauen. Es lohnt sich aber, deine Zahlungsarten und dein Kassensystem im Blick zu behalten.

Was ist der digitale Euro?

Der digitale Euro ist eine digitale Form des Euro, die von der Europäischen Zentralbank ausgegeben würde. Er wäre Zentralbankgeld in elektronischer Form, also ein digitales Gegenstück zum Bargeld (Quelle: Bundesfinanzministerium). Bezahlen könntest du damit im Geschäft, im Internet und unter Freunden (Quelle: EZB).

Was ist Zentralbankgeld? Zentralbankgeld ist Geld, das direkt von der Zentralbank stammt. Heute sind das vor allem Scheine und Münzen. Das Guthaben auf deinem Girokonto ist dagegen Geld einer privaten Bank.

Die EZB nennt einen klaren Grund für das Projekt. In 13 von 21 Euro-Ländern sind Menschen bei Kartenzahlungen auf Systeme aus dem nichteuropäischen Ausland angewiesen (Quelle: EZB). Der digitale Euro soll eine europäische Alternative sein.

Was ist der Unterschied zu Bargeld, Karte und Krypto? Bargeld ist physisch und anonym in der Hand. Kartenzahlungen laufen über private Zahlungsanbieter. Der digitale Euro wäre Geld der Zentralbank in digitaler Form. Mit Kryptowährungen oder Stablecoins hat er nichts zu tun.

Wann kommt der digitale Euro?

Der digitale Euro kommt frühestens 2029, wenn die EU das Gesetz 2026 beschließt. Die EZB will für eine mögliche erste Ausgabe im Jahr 2029 bereit sein. Voraussetzung ist, dass die EU-Rechtsvorschriften im Jahr 2026 verabschiedet werden (Quelle: EZB).

Schritt Stand 08.10.2026
Gesetzesvorschlag der EU-Kommission Veröffentlicht am 28.06.2023 (Quelle: EUR-Lex, COM(2023) 369)
Nächste Projektphase der EZB Gestartet im Herbst 2025 (Quelle: Bundesfinanzministerium)
Abstimmung im Wirtschaftsausschuss des EU-Parlaments 23.06.2026 (Quelle: Legislative Observatory des EU-Parlaments)
Plenum bestätigt das Verhandlungsmandat 09.07.2026 (Quelle: Legislative Observatory des EU-Parlaments)
Verhandlungen von Parlament, Rat und Kommission Laufen, zwei Runden bis Ende September ohne politische Einigung (Quelle: netzpolitik.org, 26.09.2026)
Pilotprojekt der EZB In Vorbereitung für 2027 (Quelle: EZB)
Mögliche erste Ausgabe Frühestens 2029 (Quelle: EZB)

Was ist der Trilog? Der Trilog ist die Schlussverhandlung zwischen EU-Parlament, Rat und Kommission. Dort einigen sich die drei auf den endgültigen Gesetzestext.

Beschlossen ist das Gesetz also noch nicht. Termine können sich deshalb verschieben.

Müssen Restaurants den digitalen Euro annehmen?

Die meisten Restaurants werden den digitalen Euro voraussichtlich annehmen müssen. Der digitale Euro soll gesetzliches Zahlungsmittel werden. Damit gilt grundsätzlich eine Annahmepflicht für die meisten Unternehmen (Quelle: Legislative Observatory des EU-Parlaments, Zusammenfassung des Ausschussberichts A10-0185/2026).

Für kleine Betriebe sind Ausnahmen geplant. Der Vorschlag der EU-Kommission nimmt Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten oder höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz aus. Das gilt aber nur, wenn sie keine vergleichbaren digitalen Zahlungsmittel annehmen (Quelle: Art. 9 COM(2023) 369). Das Parlament will Selbstständige sowie kleine und Kleinstunternehmen ausnehmen, die keine anderen digitalen Zahlungen annehmen (Quelle: Legislative Observatory des EU-Parlaments).

Für dich heißt das: Bietest du schon Kartenzahlung an, greift die Ausnahme nach beiden Texten nicht. Das ist eine Einschätzung auf Basis des aktuellen Stands. Der Endtext kann abweichen.

Parallel ist eine Annahmepflicht für Bargeld geplant. Bargeld bleibt also erhalten (Quelle: Händlerbund, 25.06.2026).

Hinweis: Nationale Zahlungspflicht nicht amtlich bestätigt

Laut Medienberichten plant die Bundesregierung, ab 2027 mindestens eine digitale Zahlungsart neben Bargeld vorzuschreiben. Amtlich bestätigt ist das nicht: Weder das Bundesfinanzministerium noch die Bundesregierung haben dazu einen Gesetzentwurf veröffentlicht (Stand 08.10.2026). Welche Pflichten heute schon gelten, erklärt der Beitrag zur Kassenpflicht in der Gastronomie. Was die TSE (Technische Sicherheitseinrichtung) dabei leistet, steht im Überblick zur Kassensicherungsverordnung 2026.

Was kostet der digitale Euro Händler?

Was der digitale Euro Händler kostet, steht noch nicht fest. Klar ist nur der Rahmen: Kommission und Parlament wollen die Händlerentgelte deckeln (Quelle: Legislative Observatory des EU-Parlaments).

Der Vorschlag der EU-Kommission setzt eine doppelte Obergrenze. Händlerentgelte dürfen nicht höher sein als die Kosten der Zahlungsdienstleister plus angemessener Gewinn. Sie dürfen außerdem nicht über den Gebühren vergleichbarer digitaler Zahlungsmittel liegen (Quelle: Art. 17 COM(2023) 369).

Wie lange eine Übergangsfrist mit besonders niedrigen Entgelten gelten soll, wird im Trilog verhandelt. Die amtliche Zusammenfassung des Parlaments nennt keine Frist. Medien berichten von fünf Jahren (netzpolitik.org, 23.06.2026) und von mindestens zehn Jahren (Händlerbund, 25.06.2026).

Auch eine Haltegrenze ist offen. Gemeint ist der Höchstbetrag, den eine Person in digitalen Euro besitzen darf. Diskutiert wurden 500 bis 3.000 € pro Person (Quelle: netzpolitik.org, „EU ringt um Einigung“, 30.04.2026). Nach der Position des Parlaments legt die EZB eine Obergrenze fest. Sie wird mindestens alle zwei Jahre überprüft (Quelle: Legislative Observatory des EU-Parlaments).

Wichtig für Betriebe: Unternehmen sollen nach dem Parlamentstext grundsätzlich kein Guthaben in digitalen Euro halten. Eingehende Zahlungen dürfen höchstens 24 Stunden liegen bleiben. Danach gehen sie auf dein normales Geschäftskonto (Quelle: Legislative Observatory des EU-Parlaments).

Wichtig: Ob der digitale Euro für dich günstiger wird als Kartenzahlung, kann heute niemand seriös sagen. Plane keine Einsparung ein, bevor die Zahlen feststehen.

Was ändert sich im Restaurant-Alltag?

Im Restaurant-Alltag würde der digitale Euro über dein Kassensystem und deinen Zahlungsdienstleister laufen. Du brauchst also in der Regel eine Anbindung, kein eigenes Gerät. Ob dafür Software-Updates, neue Terminals oder beides nötig sind, ist heute nicht entschieden.

Das betrifft alle Wege, über die deine Gäste zahlen:

  • Am Tisch und an der Theke: über das EC-Terminal und das Kassensystem.
  • Online: über Webshop und Bestell-App, wenn dein Zahlungsdienstleister den digitalen Euro unterstützt.
  • Bei der Lieferung: über die Online-Zahlung, so wie heute.

Wählst du dein Kassensystem neu aus, achte auf Zahlungsarten, die sich erweitern lassen. Was ein modernes System heute können muss, zeigt der Ratgeber Kassensystem für die Gastronomie. Ein cloudbasiertes System bekommt neue Funktionen meist per Update. Die Vor- und Nachteile erklärt der Beitrag zum Cloud-Kassensystem.

Online zahlen viele Gäste schon heute mit verschiedenen Diensten. Wie Ratenkauf funktioniert, zeigt der Beitrag zum Essen bestellen mit Klarna. Einen Vergleich der Anbieter für „Jetzt kaufen, später zahlen“ findest du unter BNPL im Lieferdienst. Welche Vorteile PayPal beim Online-Bestellen bietet, erklärt der Beitrag PayPal beim Essen bestellen.

5 Dinge, die du jetzt tun kannst

Mit diesen fünf Schritten bist du vorbereitet, ohne heute etwas umbauen zu müssen.

  1. Zahlungsarten auflisten. Bar, EC, Kreditkarte, Online-Zahlung: Was bietest du an, und was nutzen deine Gäste?
  2. Verträge prüfen. Frag deinen Zahlungsdienstleister, ob er den digitalen Euro unterstützen will.
  3. Kosten im Blick behalten. Schreib dir deine heutigen Zahlungsgebühren pro Monat auf.
  4. Kassensystem aktuell halten. Spiel Updates regelmäßig ein, damit neue Zahlungsarten später leicht dazukommen.
  5. Nachrichten verfolgen. Entscheidend ist der Abschluss der EU-Verhandlungen.

Deine Fixkosten und Margen rechnest du mit den kostenlosen Rechnern für Gastronomen durch. So siehst du, wie stark Zahlungsgebühren in deiner Kalkulation wiegen. Welche Zahlen du dafür regelmäßig prüfen solltest, zeigt der Beitrag zu Kennzahlen in der Gastronomie.

Häufige Fragen

Hier findest du die wichtigsten Antworten zum digitalen Euro in der Gastronomie auf einen Blick.

Wann wird der digitale Euro eingeführt?

Der digitale Euro wird frühestens 2029 eingeführt. Die EZB will dann bereit sein, wenn die EU die Rechtsgrundlage 2026 verabschiedet. Beschlossen ist das Gesetz noch nicht.

Muss mein Restaurant den digitalen Euro annehmen?

Die meisten Restaurants werden den digitalen Euro voraussichtlich annehmen müssen. Für kleine Betriebe sind Ausnahmen geplant. Nimmst du schon Kartenzahlung an, gilt die Ausnahme aber nicht. Das sehen Kommission und Parlament gleich. Der Endtext steht noch aus.

Wird Bargeld abgeschafft?

Nein, Bargeld wird nicht abgeschafft. Der digitale Euro soll Bargeld ergänzen, nicht ersetzen. Zusätzlich ist eine Annahmepflicht für Bargeld geplant.

Was kostet der digitale Euro für Händler?

Die genauen Kosten für Händler stehen noch nicht fest. Geplant ist eine Obergrenze für Händlerentgelte. Sie soll sich an den Kosten und an vergleichbaren digitalen Zahlungsmitteln orientieren.

Brauche ich ein neues Kassensystem für den digitalen Euro?

Ob du ein neues Kassensystem brauchst, ist heute nicht entschieden. Die Anbindung läuft voraussichtlich über Kassensystem und Zahlungsdienstleister. Ob ein Update oder neue Hardware nötig ist, hängt von den technischen Vorgaben ab.

Ersetzt der digitale Euro PayPal, Visa oder Mastercard?

Der digitale Euro soll bestehende Zahlungsarten nicht ersetzen, sondern als europäische Alternative danebenstehen. Ob und wie stark Gäste ihn nutzen werden, ist heute offen.

Fazit

Der digitale Euro ist noch nicht da, und der Gesetzestext ist noch nicht final. Für dein Restaurant heißt das: Kenne deine Zahlungsarten, beobachte die Gesetzgebung und halte dein Kassensystem erweiterbar. Wenn du wissen willst, wie dein System dafür aufgestellt ist, buche eine kostenlose Demo.

Quellen

  • EZB, „Der digitale Euro“ (Zeitplan 2029, Pilotprojekt 2027, 13 von 21 Ländern): ecb.europa.eu
  • Bundesfinanzministerium, „Digitaler Euro“, Stand 15.12.2025: bundesfinanzministerium.de
  • EU-Kommission, Vorschlag für eine Verordnung zur Einführung des digitalen Euro, COM(2023) 369, Art. 9 und Art. 17: eur-lex.europa.eu
  • Händlerbund (OHN), „Digitaler Euro: Kleine Unternehmen sollen von Annahmepflicht ausgenommen werden“, 25.06.2026: ohn.haendlerbund.de
  • netzpolitik.org, „Alternative zu Visa, PayPal und Co.: EU-Abgeordnete stimmen für digitalen Euro“, 23.06.2026: netzpolitik.org
  • netzpolitik.org, „EU ringt um Einigung: Das sind die strittigen Fragen beim digitalen Euro“, 30.04.2026 (Haltegrenze 500 bis 3.000 €): netzpolitik.org
  • netzpolitik.org, „Digitaler Euro: Was Parlament und EU-Länder bei der Privatsphäre trennt“, 26.09.2026: netzpolitik.org
  • Legislative Observatory des EU-Parlaments, Verfahren 2023/0212(COD), Verfahrensschritte und Zusammenfassung des Ausschussberichts A10-0185/2026: oeil.secure.europarl.europa.eu
  • Hinweis, keine amtliche Quelle: gruendung.de, „Kartenzahlung Pflicht 2026“ (Medienbericht zur geplanten nationalen Zahlungspflicht)