Thomas betreibt ein Burger-Restaurant in Berlin. Als Uber Eats 2023 auf ihn zukam, klang das Angebot gut: mehr Reichweite, mehr Kunden, kein Risiko. Heute, zwei Jahre später, schaut er auf seine Monatsabrechnung: 30% Provision auf jede Bestellung. Aktivierungsgebühr war beim Start fällig. Die Liefergebühr, die der Kunde zahlt, sieht er nie. Und verhandeln? Der Uber-Eats-Vertreter hat ihm erklärt, die Konditionen seien "für alle gleich". Was Thomas nicht wusste: Große Ketten zahlen weniger. Viel weniger.
Wir bauen seit 2019 bei Gastro Master Bestell- und Kassensysteme für über 800 Restaurants in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Uber Eats ist unter den drei großen Lieferplattformen (Lieferando, Wolt, Uber Eats) die teuerste — und gleichzeitig die Plattform, deren Konditionen am wenigsten öffentlich diskutiert werden.
Das ändert sich jetzt. Dieser Artikel legt die echten Zahlen auf den Tisch. Ohne Beschönigung. Mit konkreten Kalkulationen für typische Restaurant-Typen.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste kurz zusammengefasst
- Der Schock-Fakt: 30% ist der Standard
- Was Uber Eats für Restaurants kostet — die vollständige Struktur
- Konkrete Kalkulation: Burger-Restaurant, 150 Bestellungen/Monat
- Konkrete Kalkulation: Pizzeria, 80 Bestellungen/Monat
- Uber Eats vs. Wolt vs. Lieferando vs. eigenes System — der große Vergleich
- Die versteckten Kosten, die niemand erwähnt
- Kann man die Uber-Eats-Provision verhandeln?
- Wann rechnet sich der Ausstieg?
- Häufige Fragen
- Was passiert wenn du Uber Eats verlässt?
- Fazit & nächste Schritte
- Quellen
Das Wichtigste kurz zusammengefasst
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Uber Eats Standard-Provision für Lieferbestellungen: ~30% — höchster Wert der drei großen Plattformen
- Für Abholung (Pickup): ~15% Marketplace Fee — günstiger, aber nicht kostenlos
- Aktivierungsgebühr für neue Restaurant-Partner: einmalig ca. 100–200 € (nicht bei allen Verträgen)
- Verhandlung ist realistisch nur für Ketten und sehr große Betriebe — Einzelgastronomie hat kaum Spielraum
- Bei 150 Bestellungen × 40 € fließen 1.800 € pro Monat als Provision an Uber Eats
- Ein eigenes Bestellsystem (Gastro Master ~99 €/Monat) spart in diesem Beispiel 1.701 € netto pro Monat
- Uber Eats hat den geringsten Marktanteil in Deutschland der drei Platformen — die Reichweite ist entsprechend kleiner
- Kleine Restaurants: Die Marge, die nach Provision, Warenkosten und Fixkosten bleibt, ist in vielen Fällen negativ
Der Schock-Fakt: 30% ist der Standard
Keine Plattform kommuniziert ihre Provisionen aktiv. Uber Eats erst recht nicht. Was viele Restaurant-Betreiber erst beim Unterschreiben des Vertrags — oder manchmal erst bei der ersten Abrechnung — merken: Die Standardprovision liegt bei rund 30%.
Zum Vergleich:
- Lieferando Basisprovision (Basis-Paket): 13–16%
- Wolt Standardvertrag: 25–27%
- Uber Eats Standard: ~30%
Das macht Uber Eats zur teuersten der drei großen Plattformen — und das bei gleichzeitig geringerer Reichweite als Lieferando in Deutschland.
Warum nutzen dann überhaupt Restaurants Uber Eats? Weil Uber Eats international eine starke Marke ist, mit Touristen und Neukunden in Städten punktet, und die App durch die Uber-Taxi-App-Nutzerbasis mehr Downloads hat als Plattformen, die ausschließlich auf Food-Delivery setzen.
Das ist ein realer Reichweitenvorteil in bestimmten Segmenten. Aber die Frage bleibt: Zu welchem Preis?
Was Uber Eats für Restaurants kostet — die vollständige Struktur
Die Provision (Kernkosten)
| Bestelltyp | Provision |
|---|---|
| Lieferung (Standard) | ~30% |
| Abholung / Pickup | ~15% Marketplace Fee |
| Uber Eats Pro (Premium-Platzierung) | ~30% — keine Provision-Reduktion durch Pro |
Wichtig: Uber Eats Pro ist ein Programm für sichtbarere Platzierung in der App. Es kostet keine extra Gebühr — aber es reduziert auch nicht die Provision. Premium-Sichtbarkeit kostet also indirekt, weil du mehr Bestellungen generierst, auf die die 30%-Provision fällt.
Aktivierungsgebühr
Nicht alle Restaurant-Verträge enthalten eine Aktivierungsgebühr. Aber viele tun es — besonders bei Restaurants, die Uber Eats-Equipment (Tablet, Drucker) beziehen. Die Gebühr liegt bei ca. 100–200 €, einmalig.
Was beinhaltet die Aktivierungsgebühr?
- Zugang zur Uber Eats Partner-App
- Onboarding-Support
- Ggf. Tablet-Leihgebühr (erste Monate oft subventioniert)
Marketplace Fee für Abholung
Das Pickup-Modell (Kunde bestellt über Uber Eats App, holt selbst ab) klingt günstiger — und ist es auch, mit ~15% statt 30%. Aber auch 15% auf einen 35-Euro-Bestellwert sind 5,25 €, die das Restaurant für eine Bestellung zahlt, bei der kein Fahrer involviert ist.
Konkrete Kalkulation: Burger-Restaurant, 150 Bestellungen/Monat
Das ist das Beispiel, das Uber Eats in keiner Hochglanz-Broschüre zeigt.
Ausgangsdaten:
- Restaurant-Typ: Burger-Restaurant, Berlin Mitte
- Bestellungen via Uber Eats: 150 pro Monat
- Durchschnittlicher Bestellwert: 40 €
- Uber Eats Provision: 30%
- Warenkosten: 35% vom Bestellwert
- Verpackung & Aufwand: 3,50 € pro Bestellung
Die Rechnung
| Position | Betrag |
|---|---|
| Monatsumsatz via Uber Eats (150 × 40 €) | 6.000 € |
| Uber Eats Provision (30%) | − 1.800 € |
| Verbleibend nach Provision | 4.200 € |
| Warenkosten (35% vom Bestellwert) | − 2.100 € |
| Verpackung & Aufwand (3,50 € × 150) | − 525 € |
| Rohertrag vor Fixkosten | 1.575 € |
| Anteil Personalkosten (anteilig Lieferbestellungen) | − 900 € |
| Anteil Miete (anteilig) | − 600 € |
| Netto-Ergebnis | 75 € |
Von 6.000 € Uber-Eats-Umsatz bleiben 75 € übrig. Das sind 1,25 € pro Bestellung nach allen Kosten.
Zum Vergleich: Ein Tischgast, der dasselbe Burger-Menü für 18 € direkt im Restaurant bestellt, bringt nach Wareneinsatz (35%) und Personalaufwand typischerweise 5–8 € Deckungsbeitrag.
Mit eigenem Bestellsystem
| Position | Uber Eats | Gastro Master |
|---|---|---|
| Systemkosten pro Monat | 1.800 € Provision | 99 € Festpreis |
| Kundendaten | Uber Eats | Du |
| Nettogewinn aus 6.000 € Umsatz | 75 € | ~1.776 € |
| Monatliche Mehrersparnis | — | 1.701 € |
Konkrete Kalkulation: Pizzeria, 80 Bestellungen/Monat
Ausgangsdaten:
- Restaurant-Typ: Pizzeria, Stuttgart
- Bestellungen via Uber Eats: 80 pro Monat
- Durchschnittlicher Bestellwert: 30 €
- Uber Eats Provision: 30%
- Warenkosten: 30%
Die Rechnung
| Position | Betrag |
|---|---|
| Monatsumsatz via Uber Eats (80 × 30 €) | 2.400 € |
| Uber Eats Provision (30%) | − 720 € |
| Verbleibend nach Provision | 1.680 € |
| Warenkosten (30%) | − 720 € |
| Verpackung & Aufwand (3 € × 80) | − 240 € |
| Rohertrag vor Fixkosten | 720 € |
| Anteil Fixkosten (personal, Miete anteilig) | − 680 € |
| Netto-Ergebnis | 40 € |
Für 80 Bestellungen, viel Aufwand und 720 € an Uber Eats abgeführte Provision: 40 € Gewinn.
Mit eigenem System: 99 € Systemkosten statt 720 € Provision → Rohertrag bleibt, Netto-Ergebnis steigt auf ca. 661 €.
Uber Eats vs. Wolt vs. Lieferando vs. eigenes System — der große Vergleich
Provisionen im Überblick
| Kriterium | Uber Eats | Wolt | Lieferando | Gastro Master |
|---|---|---|---|---|
| Provision Lieferung | ~30% | 20–30% | 13–30% | 0% |
| Provision Abholung | ~15% | — | — | 0% |
| Aktivierungsgebühr | 100–200 € (einmalig) | keine | keine | einmalig Setup |
| Monatliche Mindestgebühr | keine | manchmal ~150 € | keine | Festpreis |
| Fahrer-Kosten extra | Uber eigene Fahrer | Wolt Drive: +2–5% | eigene Fahrer | du wählst |
| Kundendaten | Uber Eats | Wolt | Lieferando | Du |
| Marktanteil DE | gering | mittel | hoch | — |
| Kündigung | variiert | ~30 Tage | ~30 Tage | jederzeit |
Kostenvergleich bei gleichen Ausgangszahlen
Annahme: 150 Bestellungen/Monat × 40 € Durchschnitt = 6.000 € Umsatz
| Platform | Provision | Verbleibend |
|---|---|---|
| Uber Eats (30%) | 1.800 € | 4.200 € |
| Wolt (27%) | 1.620 € | 4.380 € |
| Lieferando (25%) | 1.500 € | 4.500 € |
| Lieferando (13% Basis) | 780 € | 5.220 € |
| Gastro Master (0%) | 99 € (Festpreis) | 5.901 € |
Fazit: Uber Eats kostet in diesem Beispiel 1.020 € mehr pro Monat als das Lieferando Basis-Paket und 1.701 € mehr als ein eigenes System.
Die versteckten Kosten, die niemand erwähnt
1. Aktivierungsgebühr — die Einstiegshürde
100–200 € klingen nicht nach viel. Aber als Restaurant, das zum ersten Mal auf Uber Eats startet, zahlst du erst einmal rein, bevor du auch nur eine Bestellung erhalten hast.
2. Uber Eats hält die Kundendaten
Du belieferst den Kunden. Du kochst das Essen. Du bist verantwortlich für die Qualität. Aber du weißt nicht, wer dieser Kunde ist. Name, E-Mail, Bestellhistorie — das gehört Uber Eats. Du kannst diesen Kunden nicht direkt kontaktieren, keine Treueprogramme anbieten, keine Direktrabatte geben.
Das ist kein kleines Detail. Das ist dein Geschäftsmodell, das du an Uber Eats auslagerst.
3. Liefergebühr fließt nicht ans Restaurant
Der Kunde zahlt in der App eine Liefergebühr (z.B. 2,99 €). Das Restaurant sieht davon nichts — die Gebühr geht an Uber Eats bzw. den Fahrer. Die Provision bezieht sich auf den reinen Bestellwert, nicht auf die Liefergebühr.
4. Stornierungsgebühren und Kulanzen auf Kosten des Restaurants
Wenn Uber Eats einem Kunden eine Kulanz-Erstattung gibt (weil die Bestellung zu spät ankam, weil etwas gefehlt hat), entscheidet Uber Eats — nicht das Restaurant. Diese Kosten können vom nächsten Auszahlungsbetrag abgezogen werden.
5. Qualitätsbewertungen ohne Einfluss
Kunden bewerten auf Uber Eats das Restaurant. Ein Stern-Rating beeinflusst deine Sichtbarkeit in der App direkt. Aber du hast kaum Möglichkeiten, auf Bewertungen zu antworten oder einen direkten Dialog zu führen.
6. Die Plattform entscheidet, wer dich sieht
Uber Eats entscheidet, welche Restaurants den Kunden angezeigt werden. Neue Restaurants werden anfangs oft bevorzugt — dann flacht das ab. Restaurantbetreiber berichten, dass Uber Eats sie nach 6–12 Monaten ohne bezahlte Werbung deutlich weniger Kunden anzeigt.
Kann man die Uber-Eats-Provision verhandeln?
Die kurze Antwort: Selten, und kaum für Einzelrestaurants.
Uber Eats hat eine rigidere Provisionsstruktur als Wolt oder Lieferando. Die Konditionen sind stärker standardisiert und werden weniger individuell verhandelt.
Wer hat Verhandlungsmacht?
| Segment | Verhandlungsmöglichkeit |
|---|---|
| Einzelrestaurant < 500 Bestellungen/Monat | Keine bis sehr gering |
| Einzelrestaurant > 1.000 Bestellungen/Monat | Sehr begrenzt |
| Kette mit 5–10 Standorten | Teilweise möglich |
| Nationale Kette oder Franchise | Deutlich möglich |
| Restaurant in strategisch wichtigem Markt für Uber Eats | Gelegentlich möglich |
Was man versuchen kann
- Account Manager direkt ansprechen: Per E-Mail, mit Volumendaten aus den letzten 6 Monaten
- Verhandlung auf Pickup-Konditionen fokussieren: Die 15% Marketplace Fee für Abholung ist leichter verhandelbar als die 30% für Lieferung
- Exklusivitätsangebot machen: "Wenn ihr auf 26% runtergeht, bin ich ausschließlich bei euch" — Uber Eats nimmt das manchmal an
- Timing: Wenn Uber Eats aktiv in einer Region expandiert und Partner braucht, ist der Verhandlungszeitpunkt günstiger
Realistische Erwartung: Als Einzelrestaurant ohne überdurchschnittliches Volumen wird Uber Eats nicht von 30% auf weniger als 25% gehen. Das ist eine harte Grenze in der aktuellen Marktstruktur.
Wann rechnet sich der Ausstieg?
Die mathematische Antwort ist einfach. Die psychologische Antwort ist schwieriger.
So rechnest du aus, ab wann es sich lohnt
Uber-Eats-Provision pro Monat > Kosten eigenes System pro Monat
→ Sofortiger Ausstieg rechnet sich
Konkrete Schwellenwerte
| Bestellungen/Monat | Ø Bestellwert | Provision (30%) | Eigenes System | Ersparnis/Monat |
|---|---|---|---|---|
| 30 | 30 € | 270 € | 99 € | 171 € |
| 60 | 30 € | 540 € | 99 € | 441 € |
| 100 | 35 € | 1.050 € | 99 € | 951 € |
| 150 | 40 € | 1.800 € | 99 € | 1.701 € |
| 200 | 40 € | 2.400 € | 99 € | 2.301 € |
| 300 | 45 € | 4.050 € | 99 € | 3.951 € |
Das Ergebnis: Schon ab 30 Bestellungen pro Monat rechnet sich rechnerisch ein eigenes System. Die mathematische Schwelle liegt deutlich niedriger als viele Restaurantbetreiber denken.
Was das eigene System nicht automatisch liefert
- Kunden, die dich über die Plattform zufällig entdecken
- Fahrer-Netzwerk (du brauchst eigene Lieferlogistik oder ein Drittanbieter-Tool)
- App-Marketing-Budget von Uber Eats
Die richtige Strategie: Nicht sofort aussteigen, sondern schrittweise:
- Eigenes System parallel aufbauen
- Stammkunden aktiv migrieren (Flyer, QR-Code auf Verpackung, Social Media)
- Uber-Eats-Neukunden nach dem ersten Besuch auf eigenes System leiten
- Nach 3–6 Monaten auswerten: Welcher Anteil läuft bereits direkt?
- Dann kündigen
Häufige Fragen
Frage: Wie viel Provision nimmt Uber Eats von Restaurants?
Antwort: Die Standard-Provision bei Uber Eats liegt bei ca. 30% für Lieferbestellungen. Das ist die höchste Basisprovision unter den drei großen Plattformen in Deutschland. Für Abholung (Pickup) gilt eine reduzierte Marketplace Fee von ca. 15%. Große Ketten und Franchise-Betriebe können niedrigere Sätze verhandeln — für Einzelrestaurants ist 30% der Normalsatz.
Frage: Gibt es eine Aktivierungsgebühr bei Uber Eats?
Antwort: Ja, bei vielen Restaurant-Verträgen fällt eine einmalige Aktivierungsgebühr an — in der Regel zwischen 100 und 200 €. Diese Gebühr deckt Onboarding, Zugang zur Partner-App und ggf. Tablet-Leihgebühren. Nicht alle Verträge enthalten diese Gebühr — es hängt vom Zeitpunkt, der Region und dem spezifischen Angebot des Uber-Eats-Vertreters ab.
Frage: Was kostet Uber Eats für Abholung (Pickup)?
Antwort: Für Pickup-Bestellungen erhebt Uber Eats eine sogenannte Marketplace Fee von ca. 15%. Das ist günstiger als die 30% für Lieferbestellungen, aber immer noch eine signifikante Gebühr für Bestellungen, bei denen kein Fahrer involviert ist. Bei einem Bestellwert von 30 € zahlt das Restaurant also 4,50 € an Uber Eats — für eine Bestellung, die der Kunde selbst abholt.
Frage: Ist Uber Eats teurer als Lieferando oder Wolt?
Antwort: Ja, in der Regel ist Uber Eats die teuerste der drei großen Plattformen. Lieferando bietet ein Basis-Paket mit ca. 13–16% Provision an, Wolt liegt bei 25–27% im Standardvertrag, Uber Eats bei ~30%. Bei großem Volumen und Verhandlung können die Unterschiede schrumpfen — für Einzelrestaurants ohne Verhandlungsmacht ist Uber Eats durchweg am teuersten.
Frage: Kann man die Uber Eats Provision verhandeln?
Antwort: Selten und kaum für Einzelrestaurants. Uber Eats hat eine rigidere Provisionsstruktur als Wolt oder Lieferando. Ketten ab 5–10 Standorten haben realistischen Spielraum. Einzelbetriebe, die unter 1.000 Bestellungen pro Monat liegen, werden in der Praxis fast immer mit dem Standard-Satz von 30% konfrontiert.
Frage: Wann rechnet sich Uber Eats für ein Restaurant?
Antwort: Uber Eats rechnet sich kurzfristig für die Kundenakquise — als Marketingkanal in Städten mit hoher Uber-Nutzung oder bei tourismusstarken Lagen. Langfristig ist die 30%-Provision bei typischen Gastronomie-Margen (30–35% Rohertrag) wirtschaftlich kaum tragbar. Viele Restaurants subventionieren ihre Uber-Eats-Bestellungen mit dem Gewinn aus dem direkten Tischgeschäft.
Frage: Wie kündige ich Uber Eats als Restaurant?
Antwort: Die Kündigung erfolgt über deinen Account Manager oder schriftlich per E-Mail an das Uber Eats Restaurant-Team. Prüfe deinen Vertrag auf Mindestlaufzeiten — einige Verträge haben 3–6 Monate Bindung. Die reguläre Kündigungsfrist liegt bei 30 Tagen. Mehr dazu: Uber Eats kündigen als Restaurant
Frage: Was sind versteckte Kosten bei Uber Eats?
Antwort: Neben der sichtbaren 30%-Provision gibt es mehrere versteckte Kosten: die einmalige Aktivierungsgebühr (100–200 €), den Kontrollverlust über Kundendaten, mögliche Kulanzabzüge vom Auszahlungsbetrag bei Kundenbeschwerden, höhere Verpackungskosten für Lieferbestellungen, und den Algorithmus-Effekt (die Plattform zeigt dich nach einigen Monaten ohne gebuchte Werbung weniger Kunden an).
Frage: Wie vergleicht sich Uber Eats mit einem eigenen Bestellsystem?
Antwort: Bei 150 Bestellungen × 40 € Durchschnitt zahlt ein Restaurant 1.800 € Provision pro Monat an Uber Eats. Ein eigenes Bestellsystem wie Gastro Master kostet ca. 99 €/Monat — eine monatliche Ersparnis von 1.701 €. Das Restaurant behält außerdem alle Kundendaten, hat volle Kontrolle über Öffnungszeiten und Konditionen und ist nicht plattformabhängig.
Frage: Lohnt sich Uber Eats für kleine Restaurants?
Antwort: Kurzfristig als Kundenakquise — ja, wenn der Standort und die Zielgruppe passen. Langfristig als dauerhafter Vertriebskanal — in den meisten Fällen nein. Bei kleinen Betrieben mit unter 100 Bestellungen pro Monat frisst die 30%-Provision in Kombination mit Wareneinsatz und Fixkosten die gesamte Marge auf. Die rechnerische Ersparnis durch ein eigenes System übersteigt schon ab wenigen Dutzend Bestellungen die Systemkosten.
Was passiert wenn du Uber Eats verlässt?
Der Ausstieg aus Uber Eats hat Konsequenzen — aber nicht alle sind negativ.
Was du verlierst
- Kunden, die dich in der Uber Eats App finden würden (Neukunden aus der App)
- Kunden, die ausschließlich über Uber Eats bestellen und keine anderen Kanäle nutzen
- Den "Uber Eats"-Trust-Faktor bei Erstkunden, die dir über die Plattform begegnet sind
Was du gewinnst
- Vollständige Kundendaten aller Direktbesteller
- 30% mehr Erlös pro Bestellung (statt 0% nach Provision)
- Volle Kontrolle über dein Angebot, Preise, Öffnungszeiten
- Direkte Kundenbeziehung: Newsletter, Treueprogramme, direkte Kommunikation
Der empfohlene Ausstiegsplan
Monat 1–2: Parallel aufbauen Eigenes Bestellsystem einrichten, URL bekanntmachen, QR-Codes auf Verpackung und Tischen platzieren.
Monat 2–4: Stammkunden migrieren Kunden, die regelmäßig über Uber Eats bestellen, aktiv ansprechen. Rabatt für Direktbestellung (z.B. "10% Rabatt wenn du direkt bei uns bestellst") — selbst das rechnet sich, weil 10% Rabatt immer noch besser ist als 30% Provision.
Monat 4–6: Auswerten Welcher Anteil des bisherigen Uber-Eats-Umsatzes läuft bereits direkt? Wenn das über 50% ist: Kündigung.
Nach Kündigung: SEO und lokales Marketing Kunden, die dich über Plattformen entdeckt hätten, müssen dich jetzt über Google, Instagram oder Mundpropaganda finden. Hier zahlt sich Investition in lokale SEO und eigene Kanäle aus.
Starte mit dem Aufbau deines eigenen Systems: Online-Bestellshop für Restaurants — 0% Provision
Fazit & nächste Schritte
Uber Eats ist die teuerste Lieferplattform für Restaurants in Deutschland. 30% Provision auf Lieferbestellungen, eine Aktivierungsgebühr beim Start, und kaum Verhandlungsspielraum für Einzelbetriebe — das ist die Realität.
Das bedeutet nicht, dass Uber Eats für jedes Restaurant falsch ist. Als kurzfristiger Kundenakquise-Kanal, besonders in tourismusstarken Lagen oder bei sehr hohem Bestellvolumen, hat die Plattform einen Wert.
Aber als dauerhafter Vertriebsweg ist die Rechnung fast nie positiv. Wer Uber Eats langfristig betreibt, zahlt im Wesentlichen 30% seines Lieferertrags als Marketing-Steuer — ohne die Kundendaten, ohne die Kundenbeziehung, ohne Kontrolle.
Der sinnvolle Weg für 2026:
- Uber Eats nur noch als Akquise-Kanal nutzen — nicht als Hauptvertrieb
- Parallel ein eigenes System aufbauen
- Stammkunden aktiv migrieren
- Den Zeitpunkt definieren, ab dem es sich rechnet — und dann kündigen
Willst du wissen, ab wann sich dein eigenes System konkret rechnet? Jetzt Kontakt aufnehmen — kostenlos und unverbindlich
Vergleiche auch, was die anderen Plattformen kosten:
- Wolt Provision 2026 — was Restaurants wirklich zahlen
- Lieferando Provision 2026 — die ehrliche Rechnung
- Alternativen zu Lieferando 2026
Und lies, wie du Uber Eats ordentlich kündigst: Uber Eats kündigen als Restaurant — Schritt für Schritt
Quellen
- Uber Eats Restaurant Partner Documentation: Servicebedingungen und Provisionsstruktur (2025/2026)
- Statista: "Marktanteile Lieferplattformen Deutschland 2025"
- DEHOGA Bundesverband: "Lieferplattformen in der Gastronomie — Kosten und Abhängigkeiten" (2025)
- Interne Gastro Master Daten: Provisionsstrukturen aus 800+ Restaurantpartnern in DE, AT, CH (anonymisiert)
- Verbraucherzentrale Deutschland: "Lieferdienste — Kosten und Rechte für Restaurantbetreiber" (2025)
- Lebensmittelzeitung: "Uber Eats Marktentwicklung Deutschland 2025/2026" (März 2026)
- Über Gastro Master: Über uns