Lieferando-Provision 2026: Was Restaurants wirklich zahlen
Von René Ebert & Sanjaya Pattiyage · · 10 Min. Lesezeit · Bestellsysteme
Wenn du ein Restaurant mit Lieferservice führst, kennst du die Frage: Wie viel von einer 25-Euro-Bestellung bleibt dir wirklich, wenn sie über Lieferando läuft?
Das Wichtigste auf einen Blick Die wichtigsten Fakten
Bevor wir über Prozentsätze reden, ein Blick auf den Rahmen.
Highlights aus diesem Beitrag
In diesem Markt nimmt Lieferando (betrieben von Just Eat Takeaway.com N.V., Amsterdam) eine dominante Stellung ein. Branchenmedien wie ad-hoc-news.de und unabhängige Statista-Auswertungen ordnen den Marktanteil im Online-Plattformsegment auf etwa 70–75 % ein, vor Wolt (DoorDash-Konzern) und Uber Eats. Konkrete Zahlen, die sich aus dem Half Year 2025-Report von Just Eat Takeaway ableiten lassen: Die europäische Region (in der Lieferando den größten Anteil stellt) generierte 2024 ein Bruttotransaktionsvolumen (GTV) von rund 8 Mrd. € — und Lieferando bildet dort eine der wichtigsten Säulen.
Branchenmedien und Statista-Auswertungen ordnen Lieferando 2026 mit einem Marktanteil von rund 70–75 % im Online-Plattformbereich ein, deutlich vor Wolt und Uber Eats. Diese Zahlen sind Marktforschungs-Schätzungen, keine offiziellen Konzernangaben.
Die Lieferando-Provision ist 2026 weder ein Geheimnis noch ein Skandal — sie ist eine kalkulierbare Größe , sobald du sie sauber gegen deine eigenen Zahlen rechnest. 13 % bei Eigenlieferung, bis zu 30 % bei Plattform-Lieferung, plus eine Servicegebühr seit April 2025 , die der Endkunde trägt — das sind die Eckpfeiler.
Häufige Fragen
1. Wie hoch ist die Lieferando-Provision 2026?
Laut den offiziellen Angaben auf lieferando.de (Stand 04/2026) liegt die Standardprovision bei 13 % bei Eigenlieferung und bis zu 30 % bei Nutzung der Lieferando-Kuriere. Die genauen Konditionen können je nach Restaurant, Standort und Vertragsverhandlung variieren.
2. Gibt es eine monatliche Grundgebühr bei Lieferando?
Auf der offiziellen Restaurant-Anmeldeseite wird keine monatliche Grundgebühr als Standardkomponente kommuniziert. Lieferando verdient primär über die Provision pro Bestellung. Optionale Add-Ons (Sponsored Listings, Tablets etc.) können zusätzliche Kosten verursachen.
3. Was ist die Lieferando-Servicegebühr seit April 2025?
Lieferando hat zum 2. April 2025 eine Servicegebühr von 2,5 % des Warenkorbwerts (max. 0,99 € pro Bestellung) eingeführt, die direkt vom Endkunden bezahlt wird — ausschließlich bei Lieferungen, nicht bei Selbstabholung. Die bisherige Transaktionsgebühr (z. B. PayPal) ist im Gegenzug entfallen. (Quelle: lieferando.de Kundenservice-Artikel)
4. Welcher Marktanteil hat Lieferando in Deutschland?
Branchenmedien und Statista-Auswertungen ordnen Lieferando 2026 mit einem Marktanteil von rund 70–75 % im Online-Plattformbereich ein, deutlich vor Wolt und Uber Eats. Diese Zahlen sind Marktforschungs-Schätzungen, keine offiziellen Konzernangaben.
5. Lohnt sich Lieferando trotz der Provision?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten — sie hängt von deinem Wareneinsatz, deinem Bestellmix und dem Anteil der Plattform am Gesamtumsatz ab. Faustregel: Je höher der Anteil von Stammkunden und Direktbestellungen, desto eher lohnt sich ein Hybrid-Modell aus Plattform plus eigenem Bestellkanal.
6. Wie kann ich die Provision reduzieren, ohne die Plattform zu verlassen?
Drei Hebel: (1) Eigenlieferung statt Plattform-Lieferung (13 % statt 30 %), (2) Eigenkanäle für Stammkunden aufbauen, sodass diese ohne Plattform-Provision bestellen, (3) Vertragskonditionen schriftlich neu verhandeln, sobald dein Bestellvolumen relevant wird.
7. Welche offiziellen Quellen gibt es zur Lieferando-Kostenstruktur?
Die zwei verlässlichsten öffentlichen Quellen sind: die Restaurant-Anmeldeseite von Lieferando und der Newsroom des Mutterkonzerns Just Eat Takeaway.com. Branchenmedien wie AHGZ, Tageskarte und Business Insider greifen DEHOGA-Statements zum Thema regelmäßig auf.
8. Was sagt der DEHOGA zu den Provisionen?
Der DEHOGA Bundesverband empfiehlt Restaurants laut öffentlich dokumentierter Position, eigene Direktbestellkanäle parallel zu Plattformen aufzubauen und nicht in eine Einkanal-Abhängigkeit zu geraten. Geschäftsführerin Ingrid Hartges hat in mehreren Interviews 30-Prozent-Provisionen als für viele Betriebe wirtschaftlich grenzwertig bezeichnet.
9. Kann ich gleichzeitig bei Lieferando und Wolt sein?
Ja — die Plattformen schließen sich nicht aus. Viele unserer Kunden nutzen Multi-Plattform-Strategien plus eigenen Direktkanal. Worauf zu achten ist: Preisparität (in welchen Konstellationen ist sie erlaubt?), getrennte Bestellabwicklung im Kassensystem, klare Lager-/Verfügbarkeitssteuerung. Mehr Hintergrund im Beitrag Wolt-Integration für Restaurants.
10. Wie schnell amortisiert sich ein eigenes Bestellsystem im Vergleich?
In der Praxis: oft innerhalb weniger Monate, sobald ein nennenswerter Anteil der Stammkundenbestellungen über den Eigenkanal läuft. Die exakte Amortisationsdauer hängt von Bestellvolumen, Setup-Kosten und Plattform-Provisionssatz ab. Beispielrechnungen findest du in unserem Beitrag Was kostet ein Bestellsystem?
11. Ist die Lieferando-Servicegebühr für mein Restaurant steuerlich relevant?
Diese Frage gehört in die Hand deines Steuerberaters. Da die Servicegebühr direkt vom Endkunden bezahlt wird, taucht sie in deinen Plattform-Auszahlungen anders auf als die Provision. Lass dir vom Steuerberater bestätigen, wie sie korrekt verbucht und deklariert wird.
12. Wo finde ich Alternativen zu Lieferando im Überblick?
Einen Marktüberblick zu Plattform-Alternativen geben wir im separaten Beitrag Alternativen zu Lieferando 2026 (Cluster 1, Batch 1). Eine grundlegende Diskussion der Pro-/Contra-Argumente findest du im Beitrag Warum auf Lieferando verzichten?