Eine Bar zu eröffnen erfordert in Deutschland mindestens: Gewerbeanmeldung, Schankerlaubnis (§ 2 GastG — entfällt in Berlin und einigen anderen Bundesländern), Gesundheitszeugnis für alle Mitarbeitenden mit Lebensmittelkontakt, eine TSE-konforme Kasse und eine GEMA-Anmeldung bei öffentlicher Musikwiedergabe. Startkapital: 80.000–400.000 € je nach Bar-Typ und Standort. Vorlaufzeit realistisch: 3–6 Monate von der Standortentscheidung bis zur Eröffnung.
| Kostenpunkt | Kneipe / einfach | Cocktailbar / mittel | Premium-Bar |
|---|---|---|---|
| Umbau & Einrichtung | 15.000–40.000 € | 40.000–100.000 € | 100.000–300.000 € |
| Equipment (Kühlsystem, Tresen, Spüle) | 8.000–20.000 € | 20.000–50.000 € | 50.000–120.000 € |
| Erstausstattung Waren | 2.000–5.000 € | 5.000–12.000 € | 12.000–30.000 € |
| Mietkaution (3 Monatsmieten) | individuell | individuell | individuell |
| Genehmigungen & Anmeldungen | 300–800 € | 300–800 € | 500–1.500 € |
| Kassensystem (TSE) | 500–1.500 € | 1.000–3.000 € | 2.000–6.000 € |
| Marketing Eröffnung | 500–2.000 € | 2.000–8.000 € | 8.000–25.000 € |
| Gesamt (ohne Mietkaution) | ~26.000–70.000 € | ~70.000–175.000 € | ~175.000–500.000 € |
Bar eröffnen: Das musst du vor dem ersten Schritt wissen
Wer 2026 in Deutschland eine Bar eröffnen möchte, steht vor einem Projekt, das auf den ersten Blick wie eine kleinere Restaurantgründung wirkt — und sich in der Praxis deutlich davon unterscheidet. Während in einem Restaurant die Küche den Takt vorgibt, dreht sich in einer Bar alles um Getränke, Atmosphäre und — juristisch entscheidend — um Alkoholausschank. Genau das macht den Unterschied: Sobald Spirituosen, Bier und Wein in offenen Gebinden hinter einer Theke stehen, greifen zusätzliche Regelungen aus dem Gaststättenrecht der Länder, dem Jugendschutzgesetz, den Nichtraucherschutzgesetzen der Bundesländer und den kommunalen Sperrzeitverordnungen.
Wir bei Gastro Master begleiten seit Jahren Gründerinnen und Gründer, die aus einem konkreten Barkonzept ein tragfähiges Unternehmen machen wollen — von der Cocktailbar in einer Metropole bis zur Weinbar im Mittelzentrum. Die Erfahrung zeigt: Wer die rechtlichen Rahmenbedingungen früh versteht, scheitert seltener an Formalia und kann seine Energie auf das konzentrieren, was zählt — Gäste, Team, Getränke. In diesem Beitrag zeigen wir strukturiert, welche Genehmigungen Du brauchst, wie die Schankerlaubnis je nach Bundesland funktioniert, mit welchem Startkapital Du realistisch planst und warum die Sperrzeit in Berlin eine andere Welt ist als in Bayern.
Der Guide ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung — aber er gibt Dir einen Kompass, mit dem Du gezielter Fragen stellen und Deine Gründungs-Roadmap realistischer takten kannst. Für die allgemeinen Gründungsschritte (Rechtsform, Businessplan, IHK, Finanzamt) verweisen wir ausdrücklich auf unseren Schwester-Guide "Restaurant eröffnen 2026: Kosten, Genehmigungen, Checkliste" — dort steht die Basis-Gründungslogik, die für Bars identisch gilt. Dieser Beitrag fokussiert sich auf das, was bei einer Bar zusätzlich gilt.
Das Wichtigste auf einen Blick die wichtigsten Punkte auf einen Blick
- Schankerlaubnis ist Landesrecht: In Bayern, Baden-Württemberg und dem Saarland gilt weiterhin eine eigenständige gaststättenrechtliche Erlaubnispflicht. In Berlin, Hamburg, NRW, Schleswig-Holstein und Niedersachsen reichen Gewerbeanmeldung, Lebensmittelrecht (LFGB) und Infektionsschutz (IfSG).
- Nichtraucherschutz-Gesetze variieren stark: Bayern gilt mit dem Gesundheitsschutzgesetz als striktester Standort (nahezu 100 % rauchfrei), andere Bundesländer kennen Ausnahmen für kleine getränkegeprägte Gaststätten.
- Sperrzeiten: Von de facto 0 Stunden in Berlin bis 3 Stunden in Bayern — prüfe immer Landes-Ausführungsverordnung plus Gemeindesatzung.
- Startkapital Bar: Realistische Spanne zwischen 80.000 € und 400.000 € je nach Konzept.
- GEMA-Pflicht: Hintergrundmusik ist meldepflichtig — Tarif M-V greift ab Tag 1.
- Jugendschutz: § 9 JuSchG verbietet Branntwein an unter 18-Jährige — Altersverifikation muss operativ funktionieren.
- Berufsgenossenschaft: Für Bars in der Regel die BGN.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Bargründungen 2026 anspruchsvoller sind als je zuvor
- Gründungsgrundlagen: Was für jede Gastro-Gründung gilt
- Bar-spezifisch: Schankerlaubnis, NRSG, Sperrzeiten, Sondernutzung, GEMA
- Bundesländer-Vergleich: Schankerlaubnis, Rauchverbot, Sperrzeit
- Genehmigungs-Übersicht — alle Dokumente auf einen Blick
- 10-Schritte-Roadmap zur Bargründung
- Startkapital nach Barkonzept
- FAQ — 15 Fragen, die Gründer uns stellen
- Was echte Gäste über Gastro Master sagen
- Fazit und nächste Schritte
1. Warum Bargründungen 2026 anspruchsvoller sind als je zuvor
Das deutsche Gastgewerbe steckt nach eigenen Zahlen seit Jahren in einer strukturellen Belastungsphase. Die aktuellen Makrodaten zeichnen ein ernüchterndes Bild, das jede Gründerin und jeder Gründer kennen sollte, bevor das Konzept steht.
Bars sind von diesen Trends besonders betroffen. Der Nachtbetrieb bedeutet tendenziell höhere Personalzuschläge, die Gäste sind bei Cocktailpreisen zwischen 12 € und 16 € preissensibel, und Wareneinsatz bei Spirituosen unterliegt volatileren Marktpreisen als klassisches Grundnahrungsmittel-Einkaufen. Hinzu kommt: Die Fachkräftesuche für Barkeeper mit Zertifikaten ist noch enger als für Köche. Für eine breitere Einordnung der Branchensituation empfehlen wir unseren Beitrag zu Liquidität und Cashflow in der Gastronomie.
Ein spezifisches Bar-Thema ist zudem die Kalkulation von Getränken. Während Restaurants ihren Mischkalkulations-Hebel über Speisen haben, lebt eine Bar fast ausschließlich von Drinks — die Kalkulationsdisziplin ist deshalb enger. Wie Du methodisch einen realistischen Verkaufspreis für Cocktails, Spirituosen und Weine ermittelst, zeigen wir im Beitrag Getränke-Kalkulation in der Gastronomie.
2. Gründungsgrundlagen: Was für jede Gastro-Gründung gilt
Die folgenden Schritte gelten für jede Gastronomiegründung in Deutschland und sind bundesweit einheitlich. Wir fassen sie hier kompakt zusammen — eine ausführliche Darstellung mit Muster-Checklisten findest Du in unserem Parallel-Beitrag "Restaurant eröffnen 2026".
- Gewerbeanmeldung nach § 14 GewO beim örtlichen Gewerbeamt (20–40 € Verwaltungsgebühr).
- Betriebsstättenanzeige nach § 42 LFGB beim zuständigen Veterinär- bzw. Lebensmittelüberwachungsamt.
- Erstbelehrung nach § 43 IfSG beim Gesundheitsamt.
- Anmeldung beim Finanzamt (Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, Umsatzsteuer-Voranmeldung).
- IHK-Mitgliedschaft (Pflicht, einkommensabhängige Beiträge).
- Berufsgenossenschaft: Für das Gastgewerbe zuständig ist in der Regel die BGN.
- HACCP-Konzept und Hygieneschulung (EU-VO 852/2004).
- Rechtsform-Entscheidung: Einzelunternehmen, GbR, UG, GmbH.
Wir empfehlen ausdrücklich: Führe vor der ersten Gewerbeanmeldung ein Gespräch mit Steuerberater und IHK-Gründungsberatung. Die Kombination aus Rechtsformwahl und steuerlicher Registrierung ist der Moment, in dem die meisten Weichen gestellt werden.
3. Bar-spezifisch: Was über die Basis-Gründung hinausgeht
3.1 Schankerlaubnis (Gaststättenkonzession) — Landesrecht seit 2005
Mit der Föderalismusreform 2006 wurde das Bundes-Gaststättengesetz weitgehend in die Länderkompetenz überführt. Seitdem hat jedes Bundesland ein eigenes Landes-Gaststättengesetz erlassen. Für den Alkoholausschank in einer Bar bedeutet das konkret:
- Erlaubnispflichtige Bundesländer: Bayern (BayGastG), Baden-Württemberg (LGastG BW), Saarland (SGastG).
- Anzeigepflichtige Bundesländer: Berlin (BerlGastG), Hamburg (HmbGastG), NRW (GastG NRW), Schleswig-Holstein, Niedersachsen (NGastG), Bremen, Thüringen, Brandenburg.
- Hybrid-Regelungen: Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen.
In den erlaubnispflichtigen Ländern gehören zur Konzession typischerweise:
- Sachkundenachweis Gaststättengewerbe (IHK oder DEHOGA).
- Führungszeugnis Belegart O (direkt an die Behörde).
- Auskunft aus dem Gewerbezentralregister (§ 150 GewO).
- Steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung.
- Nachweis der Räumlichkeiten (Bauabnahme, Lüftung, Sanitär).
Wichtig: Die genaue Ausgestaltung der Sachkunde-Anforderungen und die Gebühren variieren auch innerhalb der erlaubnispflichtigen Länder. Frag die örtliche IHK vor Antragstellung nach dem aktuellen Kurskatalog.
3.2 Nichtraucherschutz-Gesetze (NRSG) — Bundesländer im Vergleich
Nichtraucherschutz ist ausschließlich Landesrecht. Die Spannweite ist groß.
- Bayern — Gesundheitsschutzgesetz (GSG): striktestes NRSG Deutschlands, nahezu 100 % rauchfrei. Ausnahmen für Raucherclubs wurden durch Volksentscheid 2010 abgeschafft.
- Hamburg — HmbPSchG: Erlaubt Ausnahmen für kleine, getränkegeprägte Gaststätten unter 75 qm, keine Speisen, kein Zutritt für Minderjährige.
- Berlin — NRSG Bln: Ähnlich wie Hamburg, begrenzt auf Einraumgaststätten unter 75 qm.
- Baden-Württemberg — LNRSchG: strikt, mit begrenzten Ausnahmen für Nebenräume.
- NRW — Nichtraucherschutzgesetz NRW: seit 2013 strikt, keine Ausnahmen mehr.
Eine Bar-Idee, die in Hamburg rechtlich umsetzbar ist, kann in München ausgeschlossen sein. Pro Standort das jeweils geltende NRSG einzeln prüfen.
3.3 Sperrzeiten — lokale Ausführungsverordnungen
- Bayern: Reguläre Sperrzeit 5:00–6:00 Uhr.
- Berlin: De facto aufgehoben.
- Baden-Württemberg: 3:00–6:00 Uhr regulär.
- NRW: 1:00–6:00 Uhr, mit kommunalen Ausnahmen.
- Hamburg: Allgemein aufgehoben, Einzelanordnungen möglich.
3.4 Sondernutzungserlaubnis für Außengastronomie
Wer Stühle und Tische auf öffentlichen Flächen aufstellt, benötigt eine Sondernutzungserlaubnis nach Landeswegegesetz und Sondernutzungssatzung. Jährlich neu zu beantragen, gebührenpflichtig (3–25 € pro qm und Monat), auflagenbewehrt (Gehwegbreiten, Nachtruhe).
3.5 GEMA — Musikrechte in Bars
Sobald Musik läuft — Radio, Streaming, DJ, Livemusik — wird es GEMA-pflichtig (UrhG in Verbindung mit GEMA-Tarifen).
Für Live-Auftritte greift zusätzlich der GEMA-Tarif U-K. Bezahlst Du Künstler direkt, wird die Künstlersozialkasse (KSK) relevant. Frag Deinen Steuerberater frühzeitig.
3.6 Jugendschutz beim Alkoholausschank
Der § 9 JuSchG ist die zentrale Norm:
- Branntwein und branntweinhaltige Lebensmittel — Abgabe unter 18 verboten.
- Bier, Wein, Sekt — Abgabe ab 16, unter 16 nur mit personensorgeberechtigter Person.
- Keine Abgabe an erkennbar Betrunkene.
Altersverifikation an der Theke ist rechtlich zwingend. Ordnungsämter kontrollieren regelmäßig mit Testkäufen. Unser Gastro Master Kassensystem unterstützt die Altersverifikation direkt im Bon-Lauf und dokumentiert die Abfrage TSE-konform. Details: Jugendschutz beim Alkoholausschank.
4. Bundesländer-Vergleich: Schankerlaubnis, NRSG und Sperrzeit
Die folgende Tabelle zeigt die Rechtslage in ausgewählten Bundesländern — ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Prüfe immer die aktuell geltende Fassung.
| Bundesland | Schankerlaubnis | NRSG — Rauchverbot | Sperrzeit (regulär) |
|---|---|---|---|
| Bayern | Erlaubnispflichtig (BayGastG) | Strikt, ~100 % rauchfrei (GSG) | 5:00–6:00 Uhr |
| Baden-Württemberg | Erlaubnispflichtig (LGastG BW) | Strikt mit engen Ausnahmen (LNRSchG) | 3:00–6:00 Uhr |
| Berlin | Anzeigepflichtig (BerlGastG) | Ausnahmen <75 qm (NRSG Bln) | De facto keine |
| Hamburg | Anzeigepflichtig (HmbGastG) | Ausnahmen <75 qm (HmbPSchG) | Regional aufgehoben |
| NRW | Anzeigepflichtig (GastG NRW) | Strikt seit 2013 | 1:00–6:00 Uhr |
Planungskonsequenz: Dein Konzept und Dein Standort müssen zueinander passen. Eine kleine getränkegeprägte "Nostalgie-Kneipe" mit Rauchoption funktioniert in Hamburg, in München wäre sie schlicht nicht genehmigungsfähig.
5. Genehmigungs-Übersicht für eine Bargründung
| Genehmigung / Nachweis | Zuständige Stelle | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Gewerbeanmeldung | Gewerbeamt | § 14 GewO |
| Betriebsstättenanzeige Lebensmittel | Veterinär-/Lebensmittelamt | § 42 LFGB |
| Gesundheitszeugnis | Gesundheitsamt | § 43 IfSG |
| Schankerlaubnis (BY, BW, SL) | Ordnungs-/Gewerbebehörde | Landes-GastG |
| Sachkundenachweis | IHK / DEHOGA | Landes-GastG |
| Führungszeugnis Belegart O | Einwohnermeldeamt | § 30a BZRG |
| Gewerbezentralregister | Bundesamt für Justiz | § 150 GewO |
| Sondernutzungserlaubnis | Tiefbauamt | Landeswegegesetz + Satzung |
| GEMA-Anmeldung | GEMA | UrhG + Tarif M-V / U-K |
| BGN-Mitgliedschaft | BGN | SGB VII |
| HACCP-Konzept | Betrieb/Lebensmittelüberwachung | EU-VO 852/2004 |
| Nutzungsänderung (falls Umwidmung) | Bauordnungsamt | Landesbauordnung |
| Immissionsschutz (Lärm) | Umweltamt | BImSchG + TA Lärm |
6. 10-Schritte-Roadmap zur Bargründung
"Eine Bargründung scheitert selten am Konzept — sie scheitert an der Unterschätzung der Landesrecht-Details und an einer zu dünnen Liquiditätsreserve."
- Konzept schärfen: Cocktailbar, Weinbar, Sportsbar, Craft-Beer-Bar, Hotel-Lobbybar, Nachtclub.
- Standortanalyse und Mietvertrag: Frequenz, Konkurrenz, Publikum. Siehe Miet- vs. Pachtentscheidung.
- Businessplan: 18-Monats-Liquidität, Drei-Szenarien-Rechnung.
- Finanzierung sichern: KfW ERP-Gründerkredit, Bürgschaftsbank, Landes-Förderprogramme.
- Rechtsform entscheiden: Mit Steuerberater und Fachanwalt abstimmen.
- Gewerbeanmeldung + steuerliche Erfassung.
- Branchen-Genehmigungen: Schankerlaubnis, Sachkundenachweis, Sondernutzung.
- Operative Basis: IHK, BGN, GEMA, Versicherungen.
- Technik und Kasse: TSE-konformes Kassensystem inklusive Altersverifikation.
- Soft Opening + Marketing-Start: Nachbarschafts-Events, Google-Profil, Social Media.
In unserer Restaurant-Lösungsseite zeigen wir, wie die Technik-Basis systematisch aufgesetzt wird; viele Bausteine sind für Bars identisch. Für getränkezentrierte Konzepte ohne Frühstückskomponente ist zusätzlich die Café- und Bäckerei-Lösungsseite als Referenz hilfreich.
7. Startkapital nach Barkonzept — realistische Bandbreiten
Orientierungswerte nach DEHOGA-Leitfäden und unserer Beratungspraxis. Konkrete Kalkulationen hängen von Standort, Größe und Ausstattungsstandard ab.
| Barkonzept | Typische Größe | Startkapital-Spanne | Haupt-Kostentreiber |
|---|---|---|---|
| Bistro-Bar / Kneipe | 40–80 qm | 80.000 – 150.000 € | Kaution, Theke, Grundausstattung |
| Weinbar | 60–120 qm | 120.000 – 220.000 € | Weinkeller, Kühltechnik, Gläser |
| Cocktailbar | 80–150 qm | 180.000 – 320.000 € | Spirituosenlager, Barausstattung |
| Premium-Bar / Speakeasy | 100–180 qm | 250.000 – 400.000 € | Hochwertige Einrichtung, Sound |
| Nachtclub / Lounge | 200+ qm | 300.000 – 700.000 €+ | Licht/Sound, Sicherheit, Lizenzen |
Reserven: Plane mindestens 3–6 Monate laufende Betriebskosten als Liquiditätspuffer ein.
8. FAQ — 15 Fragen, die Gründerinnen und Gründer uns stellen
1. Brauche ich in Berlin eine Schankerlaubnis?
Nein. Berlin hat mit dem BerlGastG die eigenständige Konzession abgeschafft. Gewerbeanmeldung, LFGB-Anzeige und IfSG-Belehrung reichen in der Regel aus.
2. In welchen Bundesländern ist eine Schankerlaubnis noch zwingend?
Bayern, Baden-Württemberg und Saarland halten an der eigenständigen Erlaubnispflicht fest. Andere Länder haben Hybrid-Regelungen.
3. Muss ich einen Sachkundenachweis machen?
In erlaubnispflichtigen Ländern in der Regel ja (IHK- oder DEHOGA-Unterweisung, 1–2 Tage). In anzeigepflichtigen Ländern nicht zwingend, aber praktisch hilfreich.
4. Darf ich in meiner Bar das Rauchen erlauben?
Ausschließlich vom Landes-NRSG abhängig. In Bayern nein. In Hamburg und Berlin unter engen Bedingungen für Einraumbars unter 75 qm ohne Speisen und ohne Zutritt für Minderjährige.
5. Welche Sperrzeit gilt an meinem Standort?
Prüfe Landes-Gaststättengesetz, Sperrzeitverordnung und kommunale Satzung. In Berlin de facto keine Sperrzeit, in Bayern regulär 5–6 Uhr.
6. Muss ich GEMA-Gebühren zahlen, wenn nur Spotify im Hintergrund läuft?
Ja. Die GEMA erhebt Gebühren auf die öffentliche Wiedergabe unabhängig vom Abspielmedium. Tarif M-V greift ab Tag 1.
7. Wann greift § 9 JuSchG bei Cocktails?
Alle Cocktails mit Branntwein ausschließlich an über 18-Jährige. Bier- und Weinmischgetränke ohne Branntwein für Gäste ab 16.
8. Wie hoch ist das Startkapital wirklich?
Von 80.000 € für eine kleine Bistro-Bar bis über 400.000 € für eine Premium-Cocktailbar. Siehe Tabelle in Abschnitt 7.
9. Welche Versicherungen brauche ich?
Pflicht: BGN. Empfohlen: Betriebshaftpflicht, Inhaltsversicherung, Betriebsunterbrechung, Elektronikversicherung. Mit Angestellten zusätzlich Rechtsschutz mit Arbeitsrecht.
10. Welche Finanzierung passt?
Meist eine Kombination aus Eigenkapital (20–30 %), KfW-ERP-Gründerkredit, Hausbankkredit und ggf. Landes-Förderprogrammen. Bürgschaftsbank als Option.
11. Brauche ich einen Barkeeper mit Zertifikat?
Rechtlich nicht zwingend, faktisch essenziell. IHK-Barmixer und BAR-Convent-Diplom sind anerkannt.
12. Wie finde ich gutes Personal bei Nachtbetrieb?
Nachtzuschläge, klare Schichtplanung, Weiterbildungsbudgets. Stamm fester Barkeeper plus Aushilfen am Wochenende — mit transparenter Trinkgeld-Regelung.
13. Was muss ich beim Standort beachten?
Immissionsschutz (Anwohner, TA Lärm), Parkplätze, ÖPNV-Anbindung, Konkurrenz, Laufpublikum.
14. Wie wirkt sich die Mehrwertsteuer auf die Getränkekalkulation aus?
Getränke im Ausschank werden mit 19 % Umsatzsteuer besteuert. Details: Mehrwertsteuer in der Gastronomie.
15. Wie erfülle ich die Kassensicherungsverordnung?
TSE-zertifiziertes Kassensystem mit Belegausgabepflicht. Details: KassenSichV und TSE 2026.
9. Was echte Gäste über Gastro Master sagen
Wir arbeiten jeden Tag mit Gründerinnen, Gründern und etablierten Gastronomen zusammen. Auf unserem Google-Unternehmensprofil findest Du die aktuell veröffentlichten Bewertungen. Uns ist wichtig: Wir versprechen keine Garantien für Genehmigungen, die in der Zuständigkeit der Behörden liegen — wir sorgen dafür, dass Deine operative Basis (Kasse, Bestellsystem, Altersverifikation) rechtskonform und stabil läuft.
10. Fazit und nächste Schritte
Eine Bar 2026 in Deutschland zu eröffnen, ist ein Projekt mit hoher Detailtiefe. Die bundesweiten Gründungsschritte sind überschaubar — die entscheidenden Unterschiede liegen im Landesrecht. Dazu Spezialthemen wie GEMA, Jugendschutz, Sondernutzung und ein höherer Startkapitalbedarf als bei einem Restaurant ähnlicher Größe.
Unsere Empfehlung in Kurzform:
- Erst Konzept, dann Standort, dann Rechtsprüfung (nicht umgekehrt).
- Steuerberater, Fachanwalt und IHK früh einbinden — vor der ersten Unterschrift.
- Liquidität mit 18-Monats-Horizont planen, nicht mit 6.
- Technik-Basis so wählen, dass Altersverifikation und TSE-Konformität ab Tag 1 laufen.
Wenn Du Dich fragst, ob Dein Konzept operativ mit unserer Plattform funktioniert, kontaktiere uns unverbindlich. Mehr über unsere Arbeitsweise und das Team findest Du auf /uber-uns.
Primärquellen (Auswahl): § 14 GewO; § 42 LFGB; § 43 IfSG; § 9 JuSchG; §§ 1 ff. BayGastG; §§ 2 ff. BerlGastG; HmbGastG; LGastG BW; GastG NRW; Bayerisches Gesundheitsschutzgesetz (GSG); Hamburgisches Passivraucherschutzgesetz (HmbPSchG); NRSG Berlin; LNRSchG BW; GEMA-Tarif M-V und U-K (gema.de); DEHOGA-Gründungshandbuch Schankgewerbe; BGN (bgn.de); Destatis-Branchenstatistik Gastgewerbe 2025; BMWK Gründerplattform; KfW ERP-Gründerkredit (kfw.de).