Vergleich · 7 min · 20. April 2026
Was kostet ein eigenes Bestellsystem wirklich? (Ehrlicher Vergleich)
Setup, Provision, Support — wir rechnen alle Kosten durch und zeigen, was Gastro Master im Vergleich zu Lieferando wirklich kostet.
„Ein eigenes Bestellsystem ist zu teuer" — das hört man oft von Gastronomen, die noch nie die Gegenrechnung gemacht haben. Die Wahrheit ist: Der Vergleich ist nicht Kosten vs. keine Kosten. Er ist strukturelle Fixkosten vs. variable Provisionen, die mit deinem Erfolg mitwachsen.
Wir zeigen alle Zahlen — einschließlich der Kosten, über die Plattformen nicht gerne sprechen.
Direkter Vergleich: Lieferando vs. Wolt vs. eigenes System
| Kriterium | Lieferando | Wolt | Gastro Master |
|---|---|---|---|
| Einstiegskosten | Kostenlos | Kostenlos | Einmalige Setup-Gebühr |
| Provision je Bestellung | 13–30 % | 15–30 % | 0 % |
| Monatliche Grundgebühr | Paketabhängig | Paketabhängig | Fixer Monatsbetrag |
| Kundendaten-Zugang | Kein Zugang | Kein Zugang | Vollständig |
| Eigene Domain / Branding | Nein | Nein | Ja |
| Push-Notifications an Kunden | Nein | Nein | Ja |
| Sofortige Reichweite | Hoch | Hoch | Selbst aufbauen |
| Algorithmus-Abhängigkeit | Hoch | Hoch | Keine |
Was 100 Bestellungen im Monat wirklich kosten
Statt abstrakter Prozentsätze: ein konkretes Beispiel für 100 Bestellungen pro Monat bei einem Durchschnittswert von 28 €.
Lieferando (22 %)
- 100 Bestellungen à 28 €
- 2.800 €
- Lieferando-Provision (22 %)
- – 616 €
- Jahreskosten Provision
- – 7.392 €
Provision im Jahr bei 100 Bestell./Monat: – 7.392 €
Gastro Master
- 100 Bestellungen à 28 €
- 2.800 €
- Monatliche Gebühr (Beispiel)
- – 149 €
- Provision
- 0 €
- Jahreskosten
- – 1.788 €
Fixkosten im Jahr (kein Wachstum der Kosten): – 1.788 €
Ersparnis im Beispiel: über 5.600 € im Jahr — bei nur 100 Bestellungen pro Monat. Je mehr du bestellst, desto mehr sparst du mit einem Fixkosten-Modell.
Versteckte Kosten, die niemand erwähnt
Die Provision ist nur der sichtbare Teil. Was Plattformverträge noch kosten:
Sichtbarkeitsboosts (Sponsored Listings)
Um in der App oben zu erscheinen, bezahlst du zusätzlich für Werbeplätze. Wer nicht zahlt, sinkt in der Relevanz.
Pflichtfotos und professionelle Fotografie
Lieferando empfiehlt (und teils verlangt) professionelle Produktfotos. Kosten: 500–2.000 € je nach Umfang.
Vertragsgebundene Laufzeiten
Viele Lieferando-Pakete haben Mindestlaufzeiten von 12 Monaten. Kündigung vor Ablauf ist teuer.
Storno- und Reklamationskosten
Bei Stornierungen oder Kundenbeschwerden trägst du als Betreiber oft die Kosten — Lieferando schützt sich vertraglich.
Ab wann lohnt sich ein eigenes System?
Die Break-Even-Frage ist einfach: Liegt deine monatliche Gastro-Master-Gebühr unterhalb der Provision, die du sonst zahlen würdest? Bei 100 Bestellungen à 28 € und 22 % Provision sind das 616 € im Monat — eine Fixgebühr ist fast immer günstiger.
Realistisch lohnt sich der Wechsel ab ca. 50–80 Bestellungen pro Monat. Darunter ist das Wachstum über Plattformreichweite oft sinnvoller — aber mit dem klaren Plan, parallel den eigenen Kanal aufzubauen.
Fazit
Ein eigenes Bestellsystem ist keine Zusatzausgabe — es ist eine Investition, die sich ab einem bestimmten Volumen schnell amortisiert. Wer die Vollkosten der Plattformabhängigkeit kennt, kommt fast immer zu demselben Schluss: Die günstigste Lösung langfristig ist die eigene.
Wichtig: Vergleiche nicht Null-Kosten (Lieferando-Einstieg) mit Vollkosten (eigenes System). Vergleiche die Gesamtkosten über 24 Monate. Dann sieht die Rechnung meistens sehr deutlich aus.