Onboarding Restaurant 2026: NachwG, IfSG & 90-Tage-Plan | Gastro Master
Von René Ebert & Sanjaya Pattiyage · · 11 Min. Lesezeit · Personal & Schulung
Wir sehen es jeden Monat in unseren Kundengesprächen: Ein Restaurant findet endlich nach Wochen einen passenden Servicemitarbeiter, lädt ihn am Freitagabend…
Warum Onboarding 2026 erfolgskritisch ist
Die Lage am Gastronomie-Arbeitsmarkt hat sich seit 2022 dramatisch zugespitzt. Bewerber sind rar, Wechselbereitschaft hoch, die ersten 90 Tage entscheiden statistisch über Bleiben oder Gehen. Wer in dieser Phase keinen Plan hat, verliert nicht nur den Mitarbeiter – er verliert auch die Investition in Recruiting, Anlernen und Teamintegration.
Highlights aus diesem Beitrag
Faustregel: 30 Tage strukturiert, 90 Tage bis Vollproduktivität. Erste Woche: Einarbeitung in Räumlichkeiten, Standards, Schichten. Woche 2-4: Buddy-System mit erfahrener Kraft. Tag 30: erstes Feedback-Gespräch. Tag 90: Probezeit-Review. Studien zeigen: gutes Onboarding senkt Fluktuation in den ersten 6 Monaten von 35 % auf unter 15 % (Quelle: BambooHR).
Die Lage am Gastronomie-Arbeitsmarkt hat sich seit 2022 dramatisch zugespitzt. Bewerber sind rar, Wechselbereitschaft hoch, die ersten 90 Tage entscheiden statistisch über Bleiben oder Gehen. Wer in dieser Phase keinen Plan hat, verliert nicht nur den Mitarbeiter – er verliert auch die Investition in Recruiting, Anlernen und Teamintegration.
Drei strukturierte Check-in-Gespräche mit dem Inhaber oder Schichtleiter. Jeweils 30 Minuten, jeweils dokumentiert, jeweils mit klarem Maßnahmenplan. Der 90-Tage-Termin liegt bewusst VOR Ablauf der sechsmonatigen Wartezeit nach § 1 KSchG, damit ein Übernahmegespräch oder eine Beendigung in der Probezeit noch sauber möglich ist.
Häufige Fragen
Wann muss der Arbeitsvertrag spätestens vorliegen?
Nach § 2 NachwG sind die wesentlichen Vertragsbedingungen gestaffelt nachzuweisen – die Kerndaten (Vertragsparteien, Entgelt, Arbeitszeit) bereits am 1. Arbeitstag. Wir empfehlen, einen vollständigen Vertrag spätestens am Tag 1 auszuhändigen.
Wie lange darf die Probezeit dauern?
Maximal sechs Monate (§ 622 BGB). Kündigungsfrist während der Probezeit: zwei Wochen für beide Seiten.
Was ist der Unterschied zwischen Probezeit und Befristung?
Probezeit (§ 622 BGB) ist eine erleichterte Kündigungsphase innerhalb eines (meist unbefristeten) Vertrags. Befristung (§ 14 TzBfG) ist eine zeitliche Begrenzung des Arbeitsverhältnisses selbst – sachgrundlos bis zu 2 Jahre möglich.
Wer macht die IfSG § 43-Erstbelehrung?
Die Erstbelehrung führt das Gesundheitsamt (oder ein vom Amt beauftragter Arzt) durch. Die Bescheinigung darf bei Tätigkeitsaufnahme maximal drei Monate alt sein. Folgebelehrungen alle zwei Jahre durch den Arbeitgeber.
Wann greift der Kündigungsschutz nach KSchG?
Nach sechs Monaten ununterbrochener Betriebszugehörigkeit – und nur in Betrieben mit mehr als 10 Vollzeitäquivalenten. Daher: 90-Tage-Check-in bewusst VOR Ablauf der Wartezeit terminieren. Gastronomen aus ganz Deutschland vertrauen auf Gastro Master. Alle Bewertungen ansehen.
Wie lange dauert ein gutes Onboarding?
Faustregel: 30 Tage strukturiert, 90 Tage bis Vollproduktivität. Erste Woche: Einarbeitung in Räumlichkeiten, Standards, Schichten. Woche 2-4: Buddy-System mit erfahrener Kraft. Tag 30: erstes Feedback-Gespräch. Tag 90: Probezeit-Review. Studien zeigen: gutes Onboarding senkt Fluktuation in den ersten 6 Monaten von 35 % auf unter 15 % (Quelle: BambooHR).
Welche Pflicht-Belehrungen brauche ich am ersten Tag?
Drei gesetzliche Pflichten: Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz (Lebensmittelhygiene, Wiederholung jährlich), Datenschutz-Belehrung (DSGVO Art. 32, schriftlich dokumentieren), Sicherheitsunterweisung (Brandschutz, Erste Hilfe, Verhalten im Notfall). Plus Arbeitsschutz nach DGUV. Alle drei brauchen Unterschrift. Vorlagen über IHK oder DGUV kostenlos.