Lieferservice-Shopsystem 2026: Vergleich für Gastronomen

Von · · 12 Min. Lesezeit · Bestellsysteme

Wer 2026 einen Lieferservice betreibt — egal ob Pizzeria, asiatisches Bistro oder Burger-Konzept — steht vor einer der wichtigsten technologischen…

Das Wichtigste auf einen Blick Die wichtigsten Punkte in 60 Sekunden

Die häufigste Geschichte, die wir in Erstgesprächen hören, klingt ungefähr so: „Wir sind 2021 mit Lieferando gestartet, hatten schnell Bestellungen, irgendwann kam Wolt dazu — und heute machen wir 80 % unserer Online-Umsätze über Plattformen, die uns 25–30 % Provision abziehen." Auf dem Papier funktioniert dieses Modell. In der Praxis bedeutet es: bei einem Lieferdienst mit 30.000 € Online-Umsatz pro Monat fließen jährlich zwischen 90.000 € und 108.000 € allein an Plattform-Provisionen ab (Berechnung: 30.000 € × 25–30 % × 12).

Highlights aus diesem Beitrag

Auf der anderen Seite stehen Gastronomen, die ohne Plattformen starten und sofort einen eigenen Shop bauen — oft mit Shopify oder WooCommerce, weil das im allgemeinen E-Commerce-Markt der Standard ist. Das Problem: Speisekarten sind keine Produktkataloge. Lieferzonen mit unterschiedlichen Mindestbestellwerten, Bestellpausen bei Wartezeit über 60 Minuten, Tages-Speisekarten mit zeitabhängiger Verfügbarkeit, Allergen-Pflichtangaben, Stoßzeiten-Annahmestopps — all das ist in einem generischen Shopsystem nur mit zusammengeflickten Plugins lösbar. Und Plugins fallen aus.

Lieferando nennt offiziell 13 % bei Eigenlieferung des Restaurants und 25–30 % bei Nutzung des Lieferando-Kuriers (Scoober). Seit April 2025 erhebt Lieferando zusätzlich eine Servicegebühr beim Endkunden in Höhe von 2,5–5 %, gedeckelt bei 0,99 € pro Bestellung. Wolt liegt nach eigenen Angaben bei rund 30 % bei Kurier-Lieferung. Alle Angaben Stand 04/2026, zzgl. eventueller Marketing-/Sichtbarkeits-Aufschläge.

Wir haben in unserer Arbeit mit deutschen Gastronomen gelernt, dass die richtigen Fragen wichtiger sind als die schnelle Antwort. Bevor du dich entscheidest, solltest du wissen, wie dein Bestellvolumen in 12 Monaten aussieht, welche Markenstrategie du verfolgst und wie viel Datenhoheit du langfristig wirklich willst.

Häufige Fragen

Brauche ich ein eigenes Shopsystem, wenn ich schon auf Lieferando bin?

Ja — wenn du Marke und Stammkundenbasis aufbauen willst. Unsere Empfehlung: niemals 100 % Plattform-abhängig sein. Auch ein parallel betriebener eigener Shop für 30–40 % der Bestellungen reduziert Provisionen deutlich.

Kann ich Shopify für meinen Lieferdienst nutzen?

Technisch ja — funktional eingeschränkt. Lieferzonen, Bestellpausen, Optionsgruppen und Allergen-Pflichtangaben erfordern Drittanbieter-Apps.

Was kostet ein eigenes Lieferservice-Shopsystem im Monat?

Die monatlichen Kosten variieren nach Funktionsumfang. Aktuelle Konditionen unter /preise. Wichtig ist die Total Cost of Ownership inklusive Provision und Plugin-Kosten.

Was ist der Unterschied zwischen Webshop und nativer Bestell-App?

Ein Webshop läuft im Browser, eine native App ist installiert und mit einem Tap erreichbar. Native Apps haben 2–3× höhere Wiederbestell-Quoten.

Wie binde ich mein Kassensystem an den Lieferservice-Shop an?

Über Schnittstellen — direkt oder via Bondrucker-Forwarding. Bei Gastro Master ist die Verbindung zwischen Bestellshop und Kassensystem nativ.

Welche Provision verlangen Lieferando und Wolt offiziell?

Lieferando nennt offiziell 13 % bei Eigenlieferung und 25–30 % bei Nutzung des Lieferando-Kuriers. Wolt liegt nach eigenen Angaben bei rund 30 % bei Kurier-Lieferung. Stand 04/2026.

Lohnt sich ein Lieferservice-Shopsystem auch für einen Imbiss mit 10 Bestellungen pro Tag?

Bei sehr niedrigem Volumen kann eine Plattform-only-Strategie ökonomisch tragbar sein. Ab 15–20 Bestellungen täglich rechnet sich ein eigenes Shopsystem in der Regel.

Welche Zahlungsanbieter sollte mein Lieferservice-Shop unterstützen?

Standard 2026: PayPal, Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay, Sofortüberweisung/Klarna sowie Bar-/Kartenzahlung bei Lieferung.

Wie lange dauert die Einführung eines Lieferservice-Shopsystems?

Bei spezialisierten Anbietern typischerweise 2–4 Wochen vom Setup bis zur ersten Bestellung. Bei Shopify/WooCommerce-Eigenbau realistisch 2–3 Monate.

Kann ich meinen Lieferservice-Shop später ausbauen?

Ja, sofern dein Anbieter ein modulares Ökosystem hat. Bei Gastro Master lassen sich Self-Ordering-Kiosk, QR-Code-Tischsystem und Fahrer-App jederzeit hinzubuchen.