Lieferando-Mindestbestellwert richtig setzen: Die Marge-Formel für 2026

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Bei Gastro Master bauen wir Online-Bestellsysteme für über 800 Restaurants in Deutschland. Aus den Live-Daten kennen wir die Mathematik der Mindestbestellwerte…

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Hier die nüchterne Wahrheit: Bei einer typischen Pizzeria mit 28–32 Prozent Wareneinsatz und 25–30 Prozent Lieferando-Provision gibt es eine Schwelle, unter der jede Bestellung Geld kostet statt einbringt.

Highlights aus diesem Beitrag

Faustregel für die ersten 90 Tage: Branchenschnitt für deinen Restaurant-Typ. Lieber etwas höher als die Konkurrenz, dafür weniger Bestellungen aber gesundere Marge. Nach 90 Tagen anhand der echten Daten anpassen.

„Ich setze 25 €, dann verdiene ich richtig." Wenn alle Konkurrenten in deinem Stadtteil bei 12 € liegen, verlierst du Bestellungen an sie. Der Markt ist relativer Wettbewerb — du musst nicht der Niedrigste sein, aber auch nicht weit über dem Schnitt.

„Ich brauche jede Bestellung, lieber niedrig setzen." Das ist die häufigste Fehleinschätzung. Tatsächlich frisst die Provision bei kleinen Bestellungen die Marge so stark, dass jede Bestellung unter ~10 € faktisch Verlust bringt. Mehr Bestellungen mit Verlust = mehr Verlust.

Häufige Fragen

Verliere ich Bestellungen, wenn ich den Mindestbestellwert erhöhe?

Ja, kurzfristig meist 8–15 Prozent weniger Bestellungen pro 3-Euro-Erhöhung. Aber: Die Marge pro Bestellung steigt überproportional. Netto bist du fast immer im Plus, wenn du sinnvoll erhöhst.

Kann ich den Mindestbestellwert je nach Tageszeit ändern?

Lieferando bietet das aktuell nicht direkt an. Du kannst aber zeitabhängige Promotions schalten („Lunch-Special: ab 8 €"), die ähnlich wirken. Auf eigenen Bestell-Apps ist zeitabhängige MBW-Steuerung möglich.

Sollte ich für unterschiedliche Liefergebiete unterschiedliche MBW setzen?

Ja, das macht Sinn. Entfernte Gebiete = höhere Lieferkosten = höherer MBW. Lieferando-Logistics regelt die Lieferkosten zwar selbst — aber für entfernte Gebiete fallen Lieferzeiten höher aus, was bei niedrigem MBW unrentabel wird.

Was ist der Unterschied zwischen Mindestbestellwert und Liefergebühr?

Mindestbestellwert = der Mindest-Warenkorb-Wert. Liefergebühr = was der Kunde zusätzlich zur Bestellung als Lieferservice-Pauschale zahlt. Beide sind getrennte Hebel. Bei Lieferando-Logistics legt Lieferando die Liefergebühr fest, bei Eigenlieferung kannst du sie selbst setzen.

Wie reagiert der Kunde, wenn er unter dem MBW liegt?

Lieferando zeigt dem Kunden „Mindestbestellwert nicht erreicht — bestelle für X € mehr". Viele Kunden fügen dann ein zusätzliches Gericht oder ein Getränk hinzu — der Bestellwert steigt. Das ist genau der gewollte Effekt.

Wie oft sollte ich den Mindestbestellwert prüfen?

Mindestens alle 6 Monate. Bei jeder Wareneinsatz-Erhöhung oder jeder Lieferando-Provisions-Änderung sofort. Wer einmal pro Quartal die Zahlen anschaut, ist gut aufgestellt.

Bringen kostenlose Lieferungen ab bestimmtem MBW etwas?

Ja, gerade für Premium-Restaurants funktioniert das gut. „Kostenlose Lieferung ab 35 €" zwingt zu größeren Bestellungen und gibt dem Kunden ein Gefühl von Bonus. Bei Eigenlieferung selbst steuerbar, bei Lieferando-Logistics nur eingeschränkt.